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Ausgleichszahlung bei Lufthansa: Teil 7 – eine erneute Antwort des „Kundendialogs“

Nachdem ich vor knapp drei Wochen ein Schreiben an das Lufthansa-Vorstandsmitglied Carsten Spohr geschickt habe, habe ich nun – wider Erwarten – eine erneute Antwort vom Lufthansa Kundendialog erhalten:

Sehr geehrter Herr Busch,

Der Vorstand dankt Ihnen für Ihr Schreiben vom 15. August 2011 und hat uns gebeten, Ihnen in seinem Namen erneut zu antworten.

Wir bedauern sehr, dass auch unsere Antwort vom 12. Juli 2011 nicht Ihren Erwartungen entsprochen hat. Sie weitergehend zu verärgern, lag uns ganz gewiss fern. In diesem Zusammenhang ist es uns ein Bedürfnis, Ihnen zu versichern, dass wir Ihre Verärgerung über die Annullierung Ihres Fluges weiterhin gut verstehen können. Wie wir es Ihnen aber bereits in unserem ersten Schreiben vom 3. Juni 2011 mitgeteilt haben, war die Ursache des Flugausfalls von LH 3435 am 15. Februar 2011 ein unvorhersehbarer technischer Defekt am Höhenleitwerk der Maschine. Das von Ihnen angesprochene Urteil des EuGH bedeutet aus Sicht von Lufthansa nicht, dass die Fluggesellschaften bei technisch bedingten Annullierungen grundsätzlich haften und im vorliegenden Fall sehen wir durchaus die Möglichkeit, den Entlastungsnachweis gemäß EU-Verordnung 261/2004 anzutreten.

Ihre fortführenden Schilderungen geben daher keinen Anlass zu einer geänderten Bewertung des Sachverhaltes. Aufgrund der vorliegenden Umstände ist leider auch keine Kulanzentscheidung möglich. Wir betrachten die Angelegenheit somit als abgeschlossen und bitten aufrichtig um Ihr Verständnis, dass keine weitere Stellungnahme erfolgt.

Sehr geehrter Herr Busch, Ihre Zufriedenheit liegt uns dennoch sehr am Herzen. Wir können Ihnen versichern, dass wir alles in unserer Macht Stehende tun, um Ihren Ansprüchen zukünftig wieder in jeder Hinsicht gerecht zu werden.

Mit freundlichen Grüßen

i.V. Sxxx Gxxxxxxx

Dummerweise wurde nicht mit einer Silbe auf den zurück gesandten Scheck in Höhe von 25 Euro eingegangen, noch verlange ich „Almosen“ in Form von Kulanzentscheidungen. Ich möchte nur zu meinem Recht gelangen. Und der rechtliche Anspruch ist und bleibt noch immer in der EG-Richtlinie 261/2004 festgeschrieben…

Ich überlege, dass ich den ganzen Fall nun EUClaim zur Durchsetzung meines Anspruches übergebe. Diese Firma ist spezialisiert auf das Inkasso von Ausgleichzahlungen. Zu EUClaim werde ich in Kürze noch einen Artikel nachreichen.

 

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5 Kommentare

    • Ingo Busch sagt

      Hallo Helmut,

      was schlägst Du denn als Alternative vor? Direkt zum Anwalt und Klage erheben? Nichts tun und der Lufthansa damit einen Gefallen tun?

      • Helmut sagt

        Wenn dir die paar Euro den Aufwand wert sind?! Die werden ja nicht ohne Grund dauernd ablehnen…

        • Ingo Busch sagt

          Lass es mich mal so ausdrücken: Dass die Airlines im Allgemeinen und die Lufthansa im Speziellen sich gerne um die Zahlung von Ausgleichszahlungen herum drücken ist allgemein bekannt. Dies geschieht regelmäßig, indem man sich auf „außergewöhnliche Umstände“ bezieht. Doch dummerweise werden genau so häufig technische Defekte als außergewöhnlicher Umstände genannt. Und das, obwohl mittlerweile regelmäßig die Gerichte entschieden haben, dass technische Defekte gerade nicht als außergewöhnliche Umstände in betracht kommen. Soviel zum Thema dauernd ablehnen.

          Und nun zu meiner Motivation. Mir geht es gar nicht nur ums Geld. Mir geht es vielmehr darum, dass versucht wird, mich für dumm zu verkaufen und dass die LH sich mal wieder um ihre Verpflichtung (ein Blick in die EG-Richtlinie 261/2004 ist da sehr erhellend) drückt.

          Obendrein ist die Bezeichnung „Lufthansa Kundendialog“ ein starker Euphemismus, denn „Kunden-Monolog“ würde besser passen, da man seitens der LH an einem wirklichen Dialog anscheinend nicht interessiert ist. Und „Lufthansa“ ist es ja auch nicht wirklich, wie mir mein Gefühl mittlerweile sagt. Denn welchen Grund sollte es haben, eine Abteilung nach Gütersloh auszulagern? Der einzige Grund, der mir einfällt, heißt „Bertelsmann“ (und deren Tochterunternehmen). Mir scheint es (Beweise fehlen mir leider), dass hier Bertelsmann-Mitarbeiter für die Lufthansa die lästigen „Paxe“ abwimmelt. Und zwar vor allem die Passagiere, die der LH nicht nur Ihr Geld geben möchten, sondern sich erdreisten Fragen zu stellen oder evtl. ihre ihnen zustehenden Rechte einfordern. Somit schließt sich der Kreis, warum immer wieder versucht wird, mich mit Textbausteinen abzuwimmeln.

  1. Helmut Brockschnieder sagt

    Typisch Deutsch: Ich beharre auf mein Recht! Dennoch wünsche ich dir aber viel Erfolg bei deinem Vorhaben.

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