Boeing Restoration Center am Paine Field in Everett

Blick in den Hangar des Boeing Restoration Centers am Paine Field in Everett
Blick in den Hangar des Boeing Restoration Centers am Paine Field in Everett

Flugzeug-Museen gibt es viele. Gerade in den USA. Und doch gibt es immer wieder Museen, die anders sind. So zum Beispiel das Boeing Restoration Center am Paine Field in Everett. Das Restoration Center ist eigentlich eine Außenstelle des Museum of Flight in Seattle. Einerseits dient dieser Hangar als Museums-Depot für Exponate, die zur Zeit nicht im Museum ausgestellt werden (können), andererseits ist es primär die Restaurierungswerkstatt des Museum of Flight. Und was besonders toll ist: Man kann bei der Restaurierung der alten Flugzeuge zuschauen. Während hier Freiwillige (Volunteers), die sich überwiegend schon im Ruhestand befinden, am aviatischen Altmetall schrauben, kann man als Besucher dabei zuschauen, wie aus sprichwörtlichem Schrott wieder Ausstellungsstücke entstehen.

Die erste jemals gebaute Boeing 727 (N7001U)

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So hat das Team die erste jemals gebaute Boeing 727 wieder fast in einen flugfähigen Zustand versetzt. Diese Boeing 727 hob im Februar 1963 das erste Mal als Testflugzeug ab, bevor es nach Abschluss aller Tests bei United Airlines in Dienst gestellt wurde. Dort flog es für mehr als zwanzig Jahre im Liniendienst der Airline. Als United den Tri-Jet an das Museum of Flight abgeben hatte, entfernte United zuvor wichtige Teile, unter anderem die Triebwerke. Ob diese Boeing jemals wieder abheben könnte stand in den Sternen. Doch mittels einer multiplen „Organspende“ in Form einer ausgemusterten Boeing 727 von FedEx konnte innerhalb einiger Jahre die N7001U wieder in flugfähigem Zustand gebracht werden. Und sie sieht wirklich wieder wie aus dem Ei gepellt aus!

Die Nase der ersten jemals gebauten Boeing 727 (N7001U) im Boeing Restoration Center
Das Heck der ersten jemals gebauten Boeing 727 (N7001U) im Boeing Restoration Center

Update 2. März 2016: Die Boeing 727 (N7001U) ist tatsächlich wieder geflogen. Und das wahrscheinlich wirklich zum letzten Mal. Sie wurde ins Museum of Flight nach Seattle überführt.

Update 07. Juli 2018: Man kann sich virtuell in der Kabine und im Cockpit umsehen.

Restaurierung einer De Havilland D.H. 106 Comet Mk. 4C

Ein anderer Oldtimer der Lüfte, eine De Havilland D.H. 106 Comet Mk. 4C, wird allerdings nicht wieder fliegen. Denn das Exemplar, welches hier restauriert wird, war in schrottschreifem Zustand bevor die Restaurierung vor über zwanzig Jahren startete. Mittlerweile sind das Cockpit, die vordere Galley und Teile der Kabine wieder hergestellt. Aber es gibt noch viel zu tun…

Nase der in Restauration befindlichen De Havilland Comet im Boeing Restoration Center
Blick ins bereits restaurierte Cockpit der De Havilland Comet im Boeing Restoration Center
Der Arbeitsplatz des Flugingenieurs im bereits restaurierte Cockpit der De Havilland Comet im Boeing Restoration Center
Die restaurierte Galley in der De Havilland Comet im Boeing Restoration Center
Ein Teil der restaurierten Kabine in der De Havilland Comet im Boeing Restoration Center

Weitere Raritäten

Je länger man sich im Hangar umschaut, desto mehr Raritäten fallen einem ins Auge. So unter anderem ein Mockup des geplanten, aber nie gebauten, Überschall-Jets Boeing 2707. Als Konkurrent der europäischen Concorde geplant und projektiert wurden die Arbeiten 1971 eingestellt. Einzig der vordere Teil der Rumpfattrappe inkl. der Attrappe der absenkbaren Nase (ähnliche wie bei der Concorde) sind erhalten geblieben und werden derzeit hier gelagert.

Nose Section des Mockups der nie gebauten Boeing 2707 zusammen mit der absenkbaren Nase
The Museum of Flight Restoration Center & Reserve Collection
2909 100th St. SW
Everett, WA 98204

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