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Buchvorstellung „Wir haben soeben unsere Reiseflughöhe vergessen“ von Heather Poole

Vor kurzem ist die deutsche Ausgabe des Buches „Cruising Attitude“ der amerikanischen Flugbegleiterin Heather Poole erschienen. Um eines vorweg zu nehmen: Den Original-Titel finde ich um einiges origineller und mit Wortwitz versehen. Da kommt die deutsche Ausgabe leider nicht mit.

Heather Poole bloggt schon seit langem über ihr Leben als Flugbegleiterin (engl. Flight Attendant; früher auch Stewardess genannt) bei einer großen amerikanischen Fluglinie. Ihre Karriere startete sie in den 90er-Jahren bei der amerikanischen Bliigfluglinie Sun Jet. Später wechselte sie zu der Airline, bei sehr sie auch heute noch fliegt.

Die Autorin berichtet über ihre Ursprungsmotivation Stewardess zu werden und warum es bei ihr erst im zweiten Anlauf klappte. Der Anfang des Buches inkl. der Zeit bei Sun Jet ist zwar recht interessant – spannender wird es allerdings nach ihrem Eintritt in die aktuelle Airline.

Der Leser erfährt, wie die Auswahl bei US-Airlines abläuft und wie die zukünftigen Kabinen-Crews durch ein gnadenloses Ausbildungsprogramm gescheucht werden. Ebenso scheinen die ersten Monate als fertig ausgebildete Flight Attendant kein Zuckerschlecken zu sein. Somit handelt das Buch auch in großen Teilen vom Leben an der Heimat-Basis der Airline. Wer nun, wie Heather Poole, nicht gerade seinen Wohnsitz an dieser Home Base hat, ist gezwungen sich einen sog. „Crash Pad“ zu suchen. Und daher erfährt der Leser auch eine Menge über das Zusammenleben von Flight Attendants außerhalb des Dienstes.


Generell schafft es die Autorin auf recht amüsante Weise dem Leser einen Einblick in eine ansonsten eher unbekannte Welt zu verschaffen. Auch wird einem bewusst, wie man als Passagier den Crews auf die Nerven gehen kann. Bei all den Geschichten, die Heather Poole zum besten gibt, sollte man sich aber bewusst sein, dass alle Schilderungen sich auf US-Verhältnisse beziehen und das Leben als Flugbegleiterin in Deutschland sich (hoffentlich?!) nicht ganz so extrem darstellt.

Zum Abschluss möchte ich noch ein paar Worte zum Buchtitel verlieren. Im Original heißt das Buch „Cruising Attitude: Tales of Crashpads, Crew Drama, and Crazy Passengers at 35,000 Feet“. Da wäre es meiner Meinung nach besser gewesen, man hätte es bei „Cruising Attitude“ belassen und nicht den verunglückten deutschen Titel verwendet. Es mag zwar sein, dass nicht jeder deutsche Leser den Wortwitz des englischen Originals verstanden hätte, aber bei Harry Potter ist schließlich auch niemand auf die Idee gekommen aus ihm einen Harald Töpfer zu machen 🙂

Kleine Gimmick am Rande: Am unteren Seitenrand ist ein kleines Flugzeug skizziert, welches beim schnellen Umblättern als Daumenkino funktioniert. DAS finde ich wiederum sehr cool. Das ist so cool, dass die Autorin es auch einem extra Blog-Eintrag mit Video den US-Lesern zeigt. Ebenso scheint ihr das deutsche Artwork wesentlich mehr zu gefallen als das des amerikanischen Originals.

Hinweis: Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Ullstein-Verlag zur Verfügung gestellt. Die hier geäußerte Meinung ist jedoch meine eigene.

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