Hotels, Leeds, Schlafen
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Crowne Plaza, Leeds UK

Gestern und vorgestern befand ich mich dienstlich in England. Genauer: In Leeds. Mein Chef und ich wollten dort im Crowne Plaza übernachten. Jetzt sind mir Crowne Plaza Hotels nicht gänzlich unbekannt und ich freute mich schon auf diese Herberge, da die Bilder im auf der Website einen vernünftigen Eindruck machten. Für 109 Britische Pfund (GBP) pro Nacht kann man schließlich auch etwas erwarten. So dachte ich jedenfalls. Ich muss allerdings gestehen, dass dies auch mein erster Trip nach England war und mir noch nicht bekannt war, dass britische Qualitätsansprüche anscheinend nicht mit den Deutschen gleichzusetzen sind.

Was ich vorfand, war auf den ersten Blick internationaler Standard: Zimmer in Standardgröße, wenn man ins Zimmer hereinkommt links das Bad, rechts ein Kleiderschrank. Im Zimmer selber waren vorhanden: Schreibtisch mit der Möglichkeit eines Internetzuganges (19,95 14,68 GBP / 24 Stunden), zwei einzelne Betten, Fernseher, Telefon, Minibar, Wasserkocher mit Tassen, Teebeutel / Kaffee.

Der Kleiderschrank hat allerdings auch schon seine beste Zeit hinter sich:

Detail Kleiderschrank

Detail Kleiderschrank

Davon abgesehen, dass der Schrank kurz davor ist, sich in seine Einzelteile zu zerlegen, ließen sich die Schiebetüren nur unter Gewaltanwendung bewegen. Ich hatte schon Angst, dass ich derjenige bin, der dem armen Schrank den Rest gibt. Die Minibar passte ganz wunderbar zum Schrank. Ich habe in den beiden Tagen nicht herausfinden können, wie sich selbige öffnen lässt. Ist dann aber auch egal – hat das Hotel halt etwas weniger Umsatz gemacht.

Im Badezimmer wurde es dann richtig interessant. Anscheinend spart das Management des Hotels an einer Hausdame. Anders kann ich mir nicht erklären, warum die Duscharmatur so gammelig ausschaut:

Die Dusche

Die Dusche

Aber vielleicht ist das auch so gewollt, damit der Ostblock-Charme auch richtig zur Geltung kommt. Kunststoff-Armaturen habe ich nämlich das letzte mal in einem ehemaligen FDJ-Ferienerholungs-Zentrum in Brandenburg 1991 gesehen. Im Unterschied zu heute, waren diese in der Ex-DDR sogar sauber! Der Rest des Bades war auch nur Gammel, wo man nur hinschaute. Eine verchromte Ablage für die Handtücher, welche über der Badewanne installiert war, blühte nur so vor sich hin. Halt nur nicht bunt, sondern rostbraun. Hände waschen war im übrigen auch ein ganz besonderer Spaß:

Der Wasserhahn. Links Kalt-, rechts Warmwasser.

Der Wasserhahn. Links Kalt-, rechts Warmwasser.

Nicht nur, dass Kalt- und Warm-Wasserhähne vertauscht waren, sondern man beachte auch die Genialität, die in der Konstruktion des Auslaufes versteckt ist. Bei normalem Händewaschen – also so, wie man es als gewöhnlicher Kontinental-Europäer gewohnt ist, wird die rechte Hand verbrüht, während die linke langsam erfriert! Ich frage mich, wer solch einen Schwachsinn entwickelt.

Das Frühstück war auch ein besonderes Highlight. Jetzt weiß man ja, dass der gewöhnliche Bewohner der britischen Inseln etwas andere Kost zu frühstücken pflegt als unsereiner. Darauf hatte ich mich auch mental eingestellt. Ich freute mich sogar auf ein vernünftiges Rührei mit Speck. Ja, ich war so naiv und glaubte, dass man so etwas einfaches vernünftig zubereiten könnte. Ich wurde jedoch enttäuscht: Das Rührei war eine undefinierbare Pampe, die noch nicht mal im Entferntesten daran erinnerte, dass in Rührei gewöhnlich auch Eigelb vorhanden ist. Das Ganze in einer Konsistenz, die eher an Haferschleim oder Griesbrei erinnert. Mit der Konsistenz war es auch beim Speck nicht weit her. Ich weiß ja nicht, wieviele Kilometer die Sau schon auf dem Buckel hatte: Es müssen jedoch einige gewesen sein, so zäh wie der Speck war. Und tot gebraten und damit trocken war er auch 🙁 Ich habe mich dann den Speisen gewidmet, die der Engländer gewöhnlich als „Continental Breakfast“ verachtet. Mir soll´s egal sein, denn es schmeckte wenigstens halbwegs.

Der Gesamteindruck von dem Hotel war bei Tageslicht besehen nicht besser als die Details. Der ganze Kasten hatte eindeutig schon bessere Zeiten hinter sich und bedarf mal einer Renovierung. In dem Atemzug sollte dann auch gleich das Management mit ausgetauscht werden.

Mein Fazit: Eindeutig ein überteuertes Hotel, an dem der erste Lack schon lange ab ist. Daher meine (Schul-) Note: 4!

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Ich habe schon meinen zweiten Geburtstag an Bord eines Flugzeuges gefeiert und bin seitdem schon viel in der Welt unterwegs gewesen. Als bekennender „Aviation Geek“ freue ich mich daher umso mehr, dass ich beruflich viel unterwegs bin und mir daher daher der Stoff zum Bloggen so schnell nicht ausgeht. Zusätzlich blogge ich auch noch auf Pictourist.de vom Fotografieren – nicht nur auf Reisen. Ich würde mich freuen, wenn Ihr dort auch mal vorbei schaut! Wer technische Unterstützung beim Betrieb oder dem Aufsetzen eines neuen Blogs, sowie dem Umzug eines bestehenden Blogs benötigt, kann mich gerne ansprechen. Ich helfe gerne…

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  1. Oh, vielleicht ist das einfach der englische Touch. Hört sich wirklich nicht überzeugend an. Ich kenne die Crown Plazas in Südamerika und die sind -nicht nur für dortige Verhältnisse- TOP.

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