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Drei Premieren und ein persönlicher Rekord (mit Air New Zealand von LHR über LAX nach AKL)

Beruflich sollte es mich diesmal an das andere Ende der Welt verschlagen. Genauer gesagt: Nach Auckland in Neuseeland. Los ging die Reise in Köln. Von dort sollte mich die BMI im Auftrag der Lufthansa nach London-Heathrow bringen. Darüber habe ich bereits hier berichtet.
Von London aus fliegt Air New Zealand über Los Angeles nach Auckland. Eine ungewöhnliche Route, da üblicherweise die Flüge von Europa nach Australien bzw. Neuseeland ostwärts fliegen. Aber jetzt sollte es westwärts gehen.

Knapp 80 Minuten blieben mir nur, um umzusteigen. Eigentlich verdammt knapp in Heathrow – klappte aber erstaunlich gut. Am Transfer-Schalter der Air New Zealand war niemand vor mir, so dass ich auch recht schnell meine neue Bordkarte erhielt.

Die erste Premiere: Air New Zealand

„Irgendwann ist immer das erste Mal“ heißt es so schön. Bei mir war es das erste Mal, dass ich mit Air New Zealand fliegen sollte. Ich war schon gespannt, da ich obendrein in der Premium Economy auf Flug NZ 001 gebucht war und noch nicht genau wusste, was mich hier erwarten würde…

Die Air New Zealand verfolgt zwar das Dreiklassen-Konzept, jedoch gibt es nur die Economy, Premium Economy (korrekt: Pacific Premium Economy) und die Business Class. Eine First Class gibt es bei Air New Zealand nicht.

Beim Boarding wurden zuerst die Passagiere der Business und dann der Premium Economy Class an Bord gebeten, bevor der Rest einsteigen durfte. Ich hatte einen Fensterplatz und freute mich schon, dass der Rest meiner Sitzreihe leer blieb. Doch ich sollte mich zu früh gefreut haben. Denn erst kurz bevor das Boarding sich dem Ende näherte setzten sich zwei englische Brüder neben mich. Und dies war mein großes Pech, wie sich heraus stellen sollte.

Meine beiden Sitznachbarn ließen es sich nämlich nicht nehmen, als ersten Begrüßungsdrink einen Whiskey zu bestellen und danach auch noch reichlich des Lebenswassers zu sich zu nehmen. Besoffene Briten für fast zwölf Stunden neben sich sitzen zu haben ist wirklich kein Spaß!

Abgesehen von den beiden zunehmend betrunkenen Sitznachbarn habe ich mir die Annehmlichkeiten und den Service an Board angeschaut, um diese hier wiedergeben zu können. Also: Was bietet die Premium Economy der Air New Zealand? Da wäre vor allem der etwas größere Sitzabstand. Man muss seinen Arm schon richtig ausstrecken, um die Rückenlehne des Vordermanns zu erreichen. Das ist nicht viel – aber immer noch ein wenig mehr als in der normalen Economy. Die Getränke werden in richtigen Gläsern gereicht und man speist von Porzellan – wie in der Business Class bei anderen Airlines. Und die Bordessen bestehen auch aus mehreren Gängen, die (nahezu) einzeln serviert werden:

Die Speisekarte für den Flugabschnitt von London-Heathrow nach Los Angeles

Die Speisekarte für den Flugabschnitt von London-Heathrow nach Los Angeles

Das Entertainment-Programm ist in der Premium Eco das Gleiche wie in der „normalen“ Eco. Neben ein paar aktuellen Filmen, die auch in deutscher Synchronisation verfügbar sind, sind auch zig Klassiker als Video-on-Demand wählbar. Wer möchte kann sich also den ganzen Flug über mit Filmen bespaßen.

Der Service

Ich will erst mal mit dem Flieger anfangen. Die Boeing 747-400 mit der Registration ZB-NBV ist anscheinend erst 1998 an Air New Zealand ausgeliefert worden. Für einen Jumbo also noch recht neu. Dennoch machte diese 747 einen recht abgewohnten und ungepflegten Eindruck:

Versiffte Safety Card

Versiffte Safety Card

Schmieriges, streifiges Fenster

Schmieriges, streifiges Fenster

Die Safety Card in der Sitztasche möchte man am liebsten nur mit Handschuhen – wenn überhaupt – anfassen. Das Ding ist dermaßen versifft, klebrig und eklig, dass man sich gar nicht ausmalen möchte, welche Kulturen darauf siedeln. Ein Wunder, dass die Karte nicht schon längst ausgetauscht wurde. Aber anscheinend schaut niemand so genau hin. Anders wäre auch nicht das schmierige, streifige Fenster zu erklären. Dass die Fenster in Flugzeugen nicht zwingend so sauber sind, dass man vernünftig durch das Fenster nach draußen fotografieren kann ist bekannt. Ein solch schmutziges Exemplar habe ich vorher allerdings auch nur selten zu Gesicht bekommen. Und dies auch noch in der Premium Economy, die auch noch teurer als die normale Eco ist…

Den Service an Bord kann man als bemüht bezeichnen. Ich konnte nicht wirklich nachvollziehen, warum man so umständlich den Hauptgang serviert: Es wird für ein oder zwei Sitzreihen gefragt, welches Hauptgericht man essen möchte, dann wird in die Galley gewackelt, dort die Wunschgerichte hergerichtet und diese dann den Passagieren serviert. Danach wiederholt sich das Procedere so lange, bis auch die letzte Sitzreihe den Hauptgang serviert bekommen hat. Man mag diese Art des Services als persönlich bezeichnen, wenn man die Servier-Alternative mit dem Trolley voller Essen vergleicht. Ich finde es aber sehr umständlich. Vor allem, wenn man wie ich in der letzten Reihe vor der Galley sitzt, einem die leckeren Gerüche des Essens in die Nase steigen und man dann eine gefühlte halbe Stunde darauf warten muss, bis man auch an der Reihe ist. Da ist mir der Service bei LH schon lieber (auch wenn dieser manchmal zu wünschen übrig lässt).

Zwischenlandung in LAX

Nach ca. zwölf Stunden landet man in Los Angeles. Dort müssen alle Passagiere das Flugzeug samt Handgepäck verlassen. Obwohl man nur in den Transit-Raum darf, muss man trotzdem die US Immigrations durchlaufen. Das verstehe wer will – ich kann es nicht. Vor allem, wo man hier in Los Angeles noch nicht einmal in den „normalen“ Transitbereich gelangt, sondern in einen Raum, der anscheinend nur für die Air New Zealand Flüge dient. In diesem Raum werden den Fluggästen kostenlose Getränke und ein paar Snacks (Chips und Kekse) zur Verfügung gestellt. Das war´s dann auch schon.

Nach zwei Stunden in diesem unwirtlichen Transitraum darf man wieder den Flieger besteigen. Nachdem der Jumbo wieder aufgetankt, gereinigt und vom Catering wieder mit neuen Speisen und Getränken beladen wurde, geht es dann mit neuer Crew auf die zweite Etappe.

Das Menü auf dem Flugabschnitt von LA nach Auckland las sich auch gut und war es auch:

Die Speisekarte für den Abschnitt LAX-AKL

Die Speisekarte für den Abschnitt LAX-AKL

Premiere zwei: Äquatorüberquerung

Auf dem zweiten leg (Flugabschnitt) hatte ich mehr Glück mit meinen Sitznachbarn: Ein neuseeländisches Ehepaar auf Geschäftsreise gesellte sich zu mir. Mit diesen Mitreisenden ließ es sich dann auch sehr gut leben. Wir führten nette Unterhaltungen über Neuseeland und sie gaben mir auch den einen oder anderen Tipp mit auf den Weg.

Irgendwann überkam auch mich die Müdigkeit und daher fielen mir nach dem Abendessen irgendwann die Augen zu und so habe ich meine erste Äquatorüberquerung verschlafen. Es waren vielleicht nicht mehr als 4 Stunden, die ich geschlafen habe, aber immerhin etwas. Ich kann einfach nicht richtig im Sitzen schlafen. Von daher sollte ich auf solchen Ultra-Langstrecken besser Business Class buchen, damit man halbwegs in der Horizontalen schlafen kann.

Die dritte Premiere: Überquerung der Datumsgrenze

Zur dritten Premiere war ich längts wieder hellwach und so verpasste ich die Überquerung der Datumsgrenze nicht! Gestartet am 27. in LHR befand ich mich nun am 29. bereits schon auf dem absehbaren Ende der Reise. Gegen 8 Uhr Ortszeit landete Flug NZ 001 mit mir an Bord in Auckland und ich war endlich am Ziel.

Fazit

Die Premium Economy Class ist Ihr Geld nicht wert. Aber das kann ich endgültig bewerten, wenn ich in einer Woche in der normalen Economy zurück fliege. Der Service ist nur bemüht als richtig gut. Und der Jumbo ist machte doch einen sehr abgewohnten Eindruck. Alles in allem bleibt ein durchwachsener Gesamteindruck.

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2 Kommentare

  1. Pingback: Mit Air New Zealand zurück nach Europa (AKL-LAX-LHR) » Reise-Wahnsinn

  2. ein Gast... sagt

    Mensch… entspann mal, Du suchst ja richtig nach dem Haar in der Suppe. Gab es auch noch was positives am Kiwiflug?

    Bleib doch lieber in Zukunft zuhause.

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