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Ergebnis Langzeit-Test Sanohra Fly Ohrstöpsel

Sanohra Fly in der Aufbewahrungs-Schachtel

Sanohra Fly in der Aufbewahrungs-Schachtel

Vor einiger Zeit berichtete ich hier bereits über Ohrstöpsel, die einem beim Druckausgleich beim Fliegen helfen sollen. In der Folgezeit hatte ich genügend Gelegenheit die Ohrstöpsel weiter zu testen. Wie sieht nun mein Fazit nach etwas über zehn Flügen? Lest selbst…

Auf verschiedenen Strecken habe ich die Stöpsel immer verwendet und bin von der Wirkung wirklich begeistert! Wie bereits berichtet, habe ich sonst beim Fliegen immer sehr große Probleme mit den Druckausgleich. Zwar immer nur beim Landeanflug, aber dafür umso extremer. Große Ohren-Schmerzen und ein dumpfes Hörgefühl gehen bei mir Hand in Hand. Oftmals kann ich erst nach ein bis zwei Tagen erst richtig hören, wenn es final „Plopp“ macht. Nicht schön.

Auf Langstrecken habe ich die Stöpsel immer 45 Minuten vor der geplanten Landung eingesetzt. Eben genau so, wie es der Hersteller empfiehlt. Ich hatte so gut wie keine Ohren-Schmerzen und schon kurz nach der Landung konnte ich wieder gut hören.

Auf Mittelstrecken-Flügen von circa vier Stunden habe ich es genau so wie auf der Langstrecke gemacht und auch hier war wieder alles prima. Wenn man von den 45 Minuten, die man die Stöpsel trägt, die zwanzig Minuten abzieht, in denen man sowie so keine Musik mehr hören darf, fällt die Einschränkung des Medien-Konsums an Bord nicht groß ins Gewicht.

Komme ich also zu meinen Kurzstrecken-Erfahrungen: Bei Flügen unter zwei Stunden empfiehlt der Hersteller die Ohrstöpsel während des gesamten Fluges zu tragen. Also schon vor dem Start einzusetzen und erst nach der Landung wieder heraus zu nehmen. Die Wirkung ist auf der Kurzstrecke identisch mit längeren Flügen.

Alleine der Tragekomfort lässt ab einem gewissen Zeitpunkt zu wünschen übrig. Soll heißen: Die Dinger drücken irgendwann ganz furchtbar (also bei mir) und man kommt schon ins Grübeln, ob man die Stöpsel nicht wieder heraus nimmt. Ein wenig erinnert das an die Wahl zwischen Pest und Cholera. Der Druck der Stöpsel auf den Gehörgang kann sehr nerven.

Update 28.9.2014: Ich konnte das Konkurrenz-Produkt „Alpine FlyFit“ testen. Diese haben einen wesentlich höheren Trage-Komfort!

Es wäre schön, wenn der Hersteller zusätzlich zu den schon vorhandenen Größen für Erwachsene und Kinder noch zusätzlich Varianten auf den Markt bringen würde. Möglicherweise würde schon ein etwas weicheres Material oder besser abgerundete Dichtlippen /-lamellen helfen. Dennoch bin ich mit den Sanohra Fly Ohrstöpseln sehr zufrieden und werde sie wohl auch zukünftig nutzen.

Während meines Intensiv-Tests habe ich entdeckt, wie sich die Stöpsel – entgegen der Anleitung – doch reinigen lassen. Man soll es zwar tunlichst vermeiden, die Stöpsel mit Wasser zu reinigen, aber was spricht gegen eine Trockenreinigung? Davon steht nichts in der Anleitung, daher hier der Trick: Nach dem Tragen die Stöpsel erst ein wenig trocknen lassen. Später dann das getrocknete Ohrenschmalz entfernen, indem man die Stöpsel zwischen Daumen und Zeigefinger dreht und ein wenig Druck ausübt. Ein paar mal hin- und herdrehen und die Dinger sind wieder gereinigt. Daher empfehle ich auf Reisen mit Zwischenlandungen besser zwei Paar Stöpsel zu kaufen und dann im Wechsel zu tragen.

Liebe Leser: Habt Ihr auch schon Erfahrungen mit den Ohrstöpseln von Sanohra Fly sammeln können? Welche Tipps habt Ihr für den Druckausgleich auf Flügen?

Hinweis in eigener Sache: Die Sanohra Fly Ohrstöpsel wurden mir freundlicherweise durch den Hersteller zur Verfügung gestellt. Die hier geschilderten Erfahrungen sind davon jedoch nicht beeinträchtigt.

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3 Kommentare

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  2. Marcus Kitzmann sagt

    Habe leider noch keine Erfahrung mit Ohrenstöpseln aber über Deinen Bericht habe ich mich sehr gefreut, da ich mein ganzes Leben Probleme mit den Ohren während des Fliegens habe. Danke, werde nun Sanohra ausprobieren!

  3. Kerstin Möhrke sagt

    Ich habe ebenfalls bereits viel Erfahrung sammeln können mit den Ohrenstöpseln. Leider gehöre ich auch zu den Menschen, die extrem Ohrenschmerzen im Flugzeug bekommen können, manchmal auch schon beim Starten. Klare Erfahrung ist bei mir: Inlandsflüge, die ja eine gewisse Flughöhe nicht übersteigen, klappen bei mir auch ohne die Stöpsel. Kommt hingegen eine Erkältung bei mir dazu 🙁 , dann ist auch hier Stöpselpflicht angesagt. Neben Nasenspray, dass zuvor in beide Nasenlöcher vor dem Start und vor der Landung gegeben werden sollte/kann (auch ohne Erkältung, aber hilfreich bei Ohrendruckschmerzen, was auch im Flugzeug an Board ist und gereicht werden kann) sind die Stöpsel reine „Lebensretter“. Bei Fernflügen mit einer Flughöhe, die halt höher ist als Inlandsflug, da geht mein Leiden dann los. Warum manche Menschen so heftige Schmerzen haben und andere nicht, ist ja eigentlich auch sehr interessant und sollte viel mehr aufgeklärt werden. Ich weiß es auf jeden Fall nicht. Seit den Stöpsel, will ich nicht behaupten, dass ich immer sofort wieder hören kann, aber auf jeden Fall zwischen 90 -100 Prozent besser. Richtig, sie sollen eigentlich nicht noch einmal oder mehrfach verwendet werden. Ich habe inzwischen drei Paar und blöderweise habe ich die Neuen nicht gekennzeichnet 🙁 und habe einfach welche ausgesucht, die ich einsetzte. Ich behaupte, dass auch nach diversen Flügen die Dinger immer noch funktionieren. Nein, sie tun mir überhaupt nicht im Ohr weh, Beschwerden kenne ich nicht. Bei mir ist es eher so, dass ich immer denke, dass sie nicht richtig drin sind und rausfallen, was aber nie passiert, sie sitzen fest. Ich vermute, dass die Ohren/Gehörgänge der Menschen unterschiedlich sind und daher die unterschiedlichen Erfahrungen. Seltsam ist, dass wirklich so wenig Menschen und auch Flugpersonal von diesen Stöpsel wissen. Da hier wirklich viel Hilfe geleistet werden kann und Schmerzen verhindert werden, wäre es ernsthaft wichtig, dass alle Fluggesellschaften diese im Boardangebot haben und verkaufen. Kleine Nebengeschichte: Auf einem Flug, wo ich schon unter Tränen Schmerzen hatte und die Flugbegleitung zur Hilfe rufen musste, hat diese zwei leere To Go Becher geholt und heisse Lappen in die Becher hinein und dann musste ich dieses Konstrukt jeweils auf die Ohren pressen bei der Landung. Durch diese Wärme, die nicht entweichen kann, passiert irgendwas langsamer mit dem sich verändernden Luftdruck, so dass das eigene Ohr mehr Zeit hat auf die Druckveränderung zu reagieren und mitzumachen. Ich hatte zwar Micky Maus Ohren und war der Depp des Flugzeugs, aber die Schmerzen waren weniger und das auch in Verbindung mit einer kleiner Dosierung von Nasentropfen, was bekanntlich für Abschwellen sorgt.
    Wer also Probleme mit dem Druck hat, sollte keine Schmerzen freiwillig auf sich nehmen, sondern die tolle Erfindung kaufen.
    Sauber machen im Trockenen war bei mir auch kein Problem, abwischen, fertig. War alles bei mir nicht so schlimm, als das es nicht so gehen kann. Trotzdem ich mache keine Experimente, dazu ist der Schmerz zu groß, ich kaufe immer wieder gerne neue Stöpsel und vergrößere meine Sammlung ;-), nächstes Mal auch mit Markierung des neuen Paars 🙂

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