Luftfahrt-Museen, Oregon, Washington und Oregon 2015
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Evergreen Aviation Museum – Das größte Flugzeug der Welt sehen

Wer mich und meinen Blog kennt, der weiß, dass ich kein Flugzeugmuseum auf meinen Reisen auslasse 😉 Und wenn ich schon in Oregon bin, kann ich mir das Evergreen Aviation Museum in McMinnville nicht entgehen lassen…

Ungefähr 40 Meilen südwestlich von Portland gelegen liegt das Evergreen Aviation Museum in McMinnville. Von der Straße gut zu sehen grüßt eine ausgemusterte Boeing 747 der (ehemaligen) Evergreen Airlines.

Boeing 747-100 (Reg. N482EV)

Herzstück des Museums ist das einzig je gebaute Exemplar der Hughes H-4, auch „Spruce Goose“ genannt. Der Unternehmer Howard Hughes baute dieses riesige Flugzeug, dessen Spannweite größer als die des Airbus A380 ist, in den 1940er Jahren als Truppentransporter für das US-Militär. Ob das – komplett aus Holz erbaute – Flugboot wirklich fliegen kann, ist bis heute nicht erwiesen. Denn bei seinem einzigen Flug hob es sich zwar aus dem Wasser, blieb aber im Wirkungsbereich des Bodeneffekts

Hughes H-4 „Spruce Goose“

Die Dimensionen sind gewaltig. In jeder Hinsicht. Allein die acht Pratt&Whitney R-4360 „Wasp Major“ Sternmotoren sind ein Hingucker. Jeder dieser Kraftpakete hat 28 Zylinder (7 Zylinder pro Stern, 4 Sterne hintereinander) mit 71,25 Liter Hubraum!

Pratt&Whitney R-4360 „Wasp Major“ Motoren der Spruce Goose

Für mich war es nicht die erste Begegnung mit dem Holzvogel: Über viele Jahre wurde die H-4 in Long Beach neben der Queen Mary ausgestellt, bis sie Anfang der 1990er Jahre nach Oregon gebracht wurde und man das Museum gewissermaßen um sie herum gebaut hat. Man kann auch weiterhin einen Blick ins Innere der Maschine werfen. Ein Blick ins Cockpit kostet allerdings extra, was bei einem Eintrittspreis fürs Museum von 25 Dollar pro Nase schon dreist ist!

Das Innere der Hughes H-4 „Spruce Goose“

Ich konnte mich gar nicht satt sehen an der hölzernen Schönheit und ich musste sie einfach von allen Seiten ablichten… 😉

Die Spruce Goose von vorne

… und von hinten: Das Leitwerk der Spruce Goose

Von außen kann sehr gut erkennen, wie sich die Ausstellungshalle förmlich um das riesige Flugzeug schmiegt.

Evergreen Aviation Museum von außen

Neben der Spruce Goose gibt es auch reichlich andere hübsche Flieger zu sehen. In der Halle, in der auch die Spruce Goose steht, sind die zivilen Flugzeuge zu sehen und in einer zweiten Halle dreht sich alles um die Raumfahrt und die militärische Luftfahrt.

Die Douglas DC-3 fehlt wirklich in kaum einem Luftfahrt-Museum in USA

Teilweise sind auch wirkliche Raritäten dabei. So steht beispielsweise auch ein Learjet-24 in der Ausstellung.

Learjet 24

In der militärischen Abteilung ist mir ein Flugzeug sofort ins Auge gefallen: Die Lockheed SR-71 „Blackbird“! Diesen superschnellen (Mach 3) Höhenaufklärer bekommt man nicht zu häufig in Museen zu Gesicht. Es wurden ja auch nicht so viele davon gebaut 😉 Ich habe den schwarzen Vogel zwar schon ein paar Mal gesehen, aber hier in McMinnville ist er mitsamt den Aufklärungs-Komponenten, – Kameras etc. ausgestellt. Und man kann sich aus der Nähe ansehen, wie komplex die Triebwerksverkleidung konstruiert ist, weil mit der Cowling auch ein Teil des Seitenleitwerks weggeklappt wird.

Lockheed SR-71 „Blackbird“ mit „Zubehör“ und geöffneter rechter Triebwerks-Cowling

Neben vielen anderen Exponaten haben es mir die folgenden zwei Flugzeuge angetan: Der F-104 „Starfighter“ wegen der interessanten Lackierung und die MiG-23 der ehemaligen NVA aufgrund ihres tollen Zustands. Meistens sind Kampfjets aus sowjetischer Produktion in einem miserablen Zustand ausgestellt.

F-104 Starfighter

MiG-23ML des Jagdfliegergeschwaders 9 der NVA

Im Außenbereich des Museums steht auch eine Menge aviatischem Altmetalls. Auch hier waren die ausgestellten Flugzeuge größtenteils in einem guten bis sehr gutem Zustand. Exemplarisch daher nur zwei der vielen Flieger.

Consolidated PBY „Catalina“

Die Consolidated PBY „Catalina“ ist ein Flugboot aus der Zeit des zweiten Weltkriegs. PBYs der britischen Royal Air Force transportierten im Rahmen der Berliner Luftbrücke Salz von Hamburg nach Berlin. Der „Landeplatz“ war die Havel…

McDonnell Douglas DC-9 (VC-9C) der US Air Force

Die ausgestellte McDonnell Douglas DC-9 ist eigentlich korrekterweise eine VC-9C, da sie als VIP-Flugzeug der US-Regierung diente. Von 1975 bis 2011 flogen mit ihr die jeweilige First Lady, der Außenminister oder auch der Vizepräsident der USA. In letztem Fall, erhielt sie dann während des Flugs das Rufzeichen „Airforce Two“.

Fazit: Ein großartiges Museum, für dessen Besuch man sich ein paar Stunden Zeit nehmen muss. Einziger Wermutstropfen: Der relative hohe Eintrittspreis, in welchem die Besichtigung des Cockpits der Spruce Goose nicht inkludiert ist 🙁

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2 Kommentare

  1. Helmth Busch sagt

    Hallo Ingo, Moin.
    Endlich habe ich mal Deine seite/Blog gefunden. Gut gemacht, interessante Artikel.

  2. Pingback: Aviation Museum Riga - Lost Place oder Geheimtipp? - Teilzeitreisender.de

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