Alltäglicher Wahnsinn, Florida, Flüge
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Gastbeitrag: Mit Lufthansa von Frankfurt nach Orlando und zurück, oder wie man von der TSA als Drogenhändler verdächtigt wird

Der folgende Gastbeitrag wurde von Mimi geschrieben. Mimi ist über achtzig Jahre alt, aber immer noch regelmäßig in der Welt – nicht nur mit dem Flugzeug – unterwegs. Hier ihr Erfahrungsbericht über ihre letzte Reise nach Florida:

Wenn jemand eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Das war immer so und wird auch weiterhin immer so sein. Leider sind die Erfahrungen nicht immer positiv, was aber in der heutigen Zeit, die voller Terror und Gewalt ist, nicht weiter verwundert.

Meinen diesjährigen Flug nach Melbourne (Florida) wollte ich, nicht wie bisher immer über Atlanta machen, weil dies durch Umsteigen, Wartezeit und 2 x Koffer aufgeben recht zeitraubend und für mich auch anstrengend ist.

Also wollte ich mir was Gutes tun und buchte über ein Reisebüro einen Direktflug mit der Lufthansa nach Orlando. Leider wurde ich nicht darauf aufmerksam gemacht, dass ich am Flughafen am Automaten noch mein Ticket ziehen musste, fand ich nicht gut, aber OK.

Der Start verzögerte sich um ca. eine Stunde, weil in der Business Class eine Toilette verstopft war, die Flugzeit selbst verlängerte sich auch noch ein wenig, da sich über Orlando noch ein Tornado austobte. Aber alles ging gut, ich kam wohlbehalten an meinen Bestimmungsort und konnte mich nach dem langen und harten Winter an Floridas Sonne erfreuen und relaxen.

Nach drei Wochen, kam was kommen musste, der Rückflug. Er lief sich recht gut an, wurde dann aber doch unangenehm. Koffer aufgeben, alles ging glatt, überhaupt keine Befragung und weiter ging es mit dem Pass in der Hand durch die nächste Kontrolle, die nur gnädig nickte und mich durchließ.

Dann kam eine endlose Schlange und als ich endlich meine Handtasche, Taschenbeutel und Schuhe auf das Fließband legen konnte und – wie gewohnt – vor einer Dame mit Kelle zum Abtasten stand, ließ sie mich nicht durch.

Ich musste hinter ihr, in einen quadratischen Glaskasten – etwa in Türgröße – durfte nicht durch und wartete… fast eine Viertelstunde.

Währenddessen lagen meine persönlichen Sachen auf dem Fließband, ansonsten ging es munter weiter und alle Passagiere durften durch und ihre Sachen nehmen. Dann kam ein Uniformierter (vermutlich von der TSA), strich mir mit einem weißen Streifen etwa in Größe eines Pflasters über die Innenfläche meiner Hand und führte diesen Streifen anschließend in einen Automaten ein.

Sein Kommentar war: „bad“. Ein Kollege wurde hinzugezogen, machte das gleiche Spielchen und kam zum selben Ergebnis. Dann wurde wild auf mich eingeredet, aber da ich wenig Englisch spreche, außerdem extrem schwerhörig bin, habe ich so gut wie nichts verstanden und war völlig ratlos. Ich bat darum, dass doch jemand käme, der Deutsch spreche und bat darum, gerne wieder meine Schuhe anziehen zu dürfen, was mir aber versagt wurde. Man sagte mir wohl, dass eine Person benachrichtigt sei, die ein wenig Deutsch spreche und ich zu warten habe. Seltsamerweise wurde meine persönliche Habe auf dem Band überhaupt nicht beachtet, es ging lediglich um meine Person.

Galt ich vielleicht mit meinen 81 Jahren, eisgrauem Haar und einer Körpergröße von 1,56 m etwa als der Prototyp eines Drogenverdächtigen? Mir wurde langsam mulmig und ich hoffte nur, dass ich meinen Flug noch erreichen würde. Dann endlich kam eine Dame, die etwas Deutsch sprach und mit ihr und einer weiteren Dame musste ich in einen Glaskasten, der ca. 2 – 2,50 im Quadrat groß war und wurde einer gründlichen Leibesvisitation unterzogen. Allerdings wurde ich nach jeder gewünschten Körperdrehung unterrichtet, wo ich anschließend abgetastet werde. Ich fand dies so lächerlich, dass ich den Damen anbot, gerne meine lange Hose und Bluse auszuziehen, was sie aber nicht wollten.

Aber dann endlich – nach gut 45 Minuten – durfte ich meine Schuhe anziehen, meine Sachen vom Band nehmen und ab Richtung Abflug. Geschafft, erleichtert und zufrieden ging ich auf meinen Platz und freute mich auf daheim.

Aber bei der Landung in Frankfurt habe ich mich nochmals geärgert und finde einfach unmöglich, was ich dort erleben musste: Am Flughafen finden gewaltige Bauarbeiten statt und wir mussten ziemlich laufen, um an unsere Koffer zu kommen. Auf einmal standen wir an einer Absperrung, es ging nicht mehr weiter, aber dafür tauchte eine Dame auf, die eine andere Richtung einschlug und hoch über ihrem Kopf ein großes Schild mit der Aufschrift „Bitte folgen sie mir“ trug. Alles schön und gut, aber wenn ich mit einer deutschen Fluggesellschaft fliege, auf einem deutschen Flughafen lande, dann möchte ich eine Anweisung dieser Art auch in deutscher Sprache lesen, hier war sie jedenfalls nur auf Englisch. Dies ist ein völliger Fehlgriff, denn liebe Lufthansa: Wir sind in Deutschland!

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