Hotels, Schlafen, UK
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Gomersal Park Hotel, Gomersal, Cleckheaton, UK

Nach dem miesen Hotel in Leeds (und dem Tollen in Hoisdorf), wurde ich mal wieder von meinem Arbeitgeber nach England geschickt. Ich bin zwar diesmal auch wieder nach Leeds geflogen, jedoch wurde mir dieses Mal vom Kunden das Gomersal Park Hotel. Da dieses Kaff mir vorher auch noch nicht bekannt war und die Hotel-Website auch noch nicht auf Google Maps verlinkt, hier mal ein Plan zur Orientierung:
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Aufgrund eines Bummelstreiks der deutschen Fluglotsen und der Unfähigkeit des Taxifahrers, dem Navi zu folgen, erreichte ich erst um 23 Uhr Ortszeit das Hotel. Was das heißt, weiß jeder, der schon mal in England war: Die Bar ist schon zu. (Ich weiß, dass die Sperrstunde abgeschafft ist. Totzdem machen die meisten Bars und Pubs immer noch um 23 Uhr dicht). Zu meinem Glück hatte der Nachtportier Mitleid mit mir und ich konnte nach dem Check-In und dem Beziehen des Zimmer doch noch zwei Bierchen trinken 😉

Nach dem Absacker bin ich wieder aufs Zimmer und wollte nochmal kurz meine Mails checken. Doch wie? Kein WLAN in Reichweite und auch sonst gab die installierte Infrastruktur nichts her, was nach Netzwerk aussah. Also wieder zur Rezeption wackeln und nachfragen. Die einfache und entwaffnende Antowort auch meine Frage war: Gibt´s nicht auf den Zimmern. WLAN (kostenlos) gibt es nur in der Lobby und Bar. Ich also wieder aufs Zimmer und meinen Laptop geholt und bei einem weiteren Bierchen meinen Posteingang bearbeitet.

Als ich wieder auf dem Zimmer war, wollte ich ins Bad. Doch hier war auch erst noch eine Hürde zu nehmen: Wo ist der verdammte Lichtschalter? Es dauerte an der Zeit und dann entdeckte ich im schummrigen Licht der normalen Zimmerbeleuchtung eine Kordel, die von der Decke hin. Ich zog einfach mal an dieser und siehe da, das Licht ging an!

Der Lichtschalter im Bad.

Der Lichtschalter im Bad.

Wieder eine Lektion in britischer Haustechnik gelernt. Wo man allerdings den elektrischen (Handtuchhalter-) Heizkörper einschaltet, konnte ich dann aber auch nicht entdecken. Auch hier war man wieder sehr kreativ: Der Schalter befand sich im Zimmer und zwar an der Nachtkommode. Da muss man auch erst mal drauf kommen…

Elektrischer Handtuch-Heizkörper

Elektrischer Handtuch-Heizkörper

Am nächsten Morgen habe ich dann das Bad in komplette „Schönheit“ in Augenschein genommen. Auch hier fehlt es wieder an einem Management mit einem kontinaleuropäischen Blick fürs Detail:

Die Waschtischarmatur

Die Waschtischarmatur

Hier fehlte nicht nur der Knopf für den Waschbecken-Stöpsel, sondern es tropfte auch aus den Ventil-Führungen / -Sitzen, sobald man den Wasserhahn aufdrehte. Das ganze Getropfe hinterlässt natürlich auch Kalkablagerungen, die auch gut zu sehen sind. Duschen wurde hier zu einem besonderen Erlebnis. Nicht nur, dass auch hier die Armatur, wie auch in Leeds, schon bessere Tage gesehen hat, nein: Sie funktionierte auch nicht richtig. Nachdem die Wassertemperatur korrekt eingestellt ist und man auf den Brausekopf umschaltet, kommt aus diesem nur noch heißes Wasser heraus, während die korrekte Mischung weiterhin aus dem Wannenauslauf plätschert. Die Technik von dem Ding habe ich nicht ganz verstanden. Vielleicht schaffe ich es ja beim nächsten Aufenthalt, der bestimmt kommt.

Die Badewannen- / Dusch-Armatur

Die Badewannen- / Dusch-Armatur

Das Frühstück war genau so englisch (und auch schlecht), wie im Crowne Plaza in Leeds. Auch hier wieder ein recht unansehnliches Rührei (beim nächsten Mal mache ich mal ein Bild davon) auf dem Buffet. Ich habe diesmal erst gar nicht gekostet und europäisch gefrühstückt.

Das Abendessen war … englisch. Englischer Service (nicht sehr aufgeweckt mit zerschlissenen Klamotten), englisch gebratenes Steak (außen Holzkohle innen roh) mit englischen Preisen (ziemlich teuer). Den Rest des Abends habe ich dann aber doch in der Bar zugebracht, da es hier schließlich WLAN gibt. Ist schon ein lustiges Bild, wenn lauter Laptop-Besitzer sich in die weichen Polster sinken lassen, nur um in Embryonal-Haltung auf der Tastatur herum zu hacken. Irgendwann musste aber auch das konsumierte Bier wieder den Weg aus meinem Körper finden. Was ich dann auf dem stillen Örtchen vorfand, dafür fehlen mir fast die Worte:

Die Urinale auf dem Herrenklo

Die Urinale auf dem Herrenklo

Solch eine Installation wurde in Deutschland vermutlich zuletzt vor dem letzten Krieg durchgeführt. Bei meinem Kunden habe ich allerdings am nächsten Tag eine ähnlich schmucke Toilette vorgefunden.

Erwähnung im Guide Michelin 2007

Erwähnung im Guide Michelin 2007

Das Hotel bzw. das Restaurant ist laut eines Aufklebers an der Eingangstüre wohl im Michelin Guide 2007 erwähnt worden. Das kann aber nur auf einem Mißverständnis beruhen. Oder der Tester war blind. Oder Britte. Oder beides. Anders kann ich mir nicht erkären, wie dieser verwinkelte, stellenweise recht abgewohnte, Kasten dort erwähnt wurde. Oder ist das im deutschen Guide Michelin auch nicht anders?

Mein Fazit: Ausreichend (4) mit leichter Tendenz nach oben, die dem mitfühlenden Nachtportier zu verdanken ist.

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Ich habe schon meinen zweiten Geburtstag an Bord eines Flugzeuges gefeiert und bin seitdem schon viel in der Welt unterwegs gewesen. Als bekennender "Aviation Geek" freue ich mich daher umso mehr, dass ich beruflich viel unterwegs bin und mir daher daher der Stoff zum Bloggen so schnell nicht ausgeht. Zusätzlich blogge ich auch noch auf Pictourist.de vom Fotografieren - nicht nur auf Reisen. Ich würde mich freuen, wenn Ihr dort auch mal vorbei schaut! Wer technische Unterstützung beim Betrieb oder dem Aufsetzen eines neuen Blogs, sowie dem Umzug eines bestehenden Blogs benötigt, kann mich gerne ansprechen. Ich helfe gerne...

2 Kommentare

  1. Hehe, tja da kann man auch gar nicht viel mehr dazu sagen. Die Herrenwc’s lassen wirklich zu Wünschen übrig. Würd mich aber auch interessieren, ob das mit dem Aufkleber so seine Richtigkeit hab, kann es mir auch kaum vorstellen.

  2. Pingback: Premier Inn Bradford South, Cleckheaton, UK » Reise-Wahnsinn

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