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NH Hotel du Grand Sablon, Brüssel, Belgien

Hotel du Grand Sablon – Außenansicht

Dieser Tage habe ich mich in der Hauptstadt Belgiens und Europas, also in Brüssel, aufgehalten. Da meine Kollegen und ich uns für zwei Tage auf einer Messe „rumtreiben“ wollten, quartierten wir uns über Nacht im „NH Hotel du Grand Sablon“ ein.

Das Hotel ist zentral in der Innenstadt Brüssels gelegen und nur einen Steinwurf vom Königspalast entfernt. Direkt gegenüber des Hotels liegt die Kirche „Notre-Dame du Sablon/Onze-Lieve-Vrouw ten Zavel„. Direkt vor dem Südportal der Kirche kann man auch parken. Wir entschieden uns aber trotzdem, den Parkservice des Hotels (unverschämte 25 Euro pro Nacht) zu nutzen, was trotz des hohen Preises keine ganz schlechte Idee war. Am nächsten Morgen bauten nämlich Markthändler ihre Stände auf. Unser Auto wäre vermutlich abgeschleppt worden, wenn wir den Wagen dort hätten stehen gelassen.

Da das Hotel nach Aussage des Rezeptionisten ziemlich ausgebucht war, bekamen wir Zimmer in verschiedenen Etagen und Gebäudeflügeln zugeteilt. Ich bekam die „Maharadscha-Suite“ (also das Zimmer am Ende des Ganges 😉 ), genauer Zimmer 129 in der ersten Etage und mit Fenster zur Straße. Schon beim Betreten des Zimmers fiel mir ein muffiger Geruch auf, den ich zuerst nicht richtig zuordnen konnte. Es war nicht der übliche Klimaanlagen-Muff, den ich aus so vielen Hotels kenne. Also schritt ich zur Tat und öffnete die Fenster, um die Kemenate durchzulüften, damit der Geruch verschwinde.

Als ich nach dem Abendessen auf das Zimmer zurück kehrte viel mir auf, woher der Geruch kam: Aus dem Bad. Ich hatte vor Verlassen des Zimmers die Badezimmer-Türe geschlossen und somit verschwand der Geruch aus dem Zimmer. Er hielt sich aber im Bad und jetzt konnte ich den Geruch auch identifizieren. Es war genau der selbe Geruch, wenn ein Siphon ausgetrocknet ist.

Die Fenster haben keine Drehkipp-Beschläge

Ich musste mich doch wundern, dass das Fenster keine Drehkipp-Beschläge hat. Ergo kann man es auch nicht Kippen, sondern nur komplett öffnen. Kurioserweise war ein Flur-Fenster direkt neben meinem Zimmer mit einem Drehkipp-Beschlag versehen. Verkehrte Welt! Na denn, in der Nacht sollte es nicht regnen und daher sollte die fehlende Möglichkeit zum Kippen des Fensters nicht unbedingt zum Problem werden. Da mein Zimmer wie erwähnt mit Fenster zu Straße gelegen war, hatte ich einen schönen Blick auf die Kirche.

Blick aus dem Fenster auf die Kirche

Das Zimmer selbst war in einem „Pseudo-Rokkoko-Stil“ eingerichtet: Bunt gemustert sind Teppich, Vorhänge und Sesselpolster – nur passt leider nichts zusammen. Dazu noch mit Schnitzereien verschnörkelte Möbel. Nicht mein Geschmack und Gemeinsamkeiten mit den Zimmer-Fotos auf der Hotelwebsite sind nicht wirklich auszumachen.

Blick ins Zimmer – leider unscharf

Von der Ausstattung war das Zimmer allerdings in Ordnung, wenn auch etwas verwinkelt. Es war ein Wasserkocher und Tee bzw. Kaffee und sogar ein Steckdosen-Adapter vorhanden. Auf dem (Röhren-) Fernseher ist sogar ARD und ZDF zu empfangen. Einzig die Preise für die Mini-Bar spiegeln wieder die überzogenen Preise wieder. Fünf Euro für eine Flasche Stella Artois sind doch arg happig. (Allerdings habe ich in Istanbul auch schon 6,50 Euro für eine Flasche Bier bezahlt). Da frage ich mich ganz ehrlich, warum die Minibar-Preise immer proportional zu den Zimmerpreisen ansteigen?

Blick ins Bad – der Waschtisch

Der Blick ins Bad ist erst einmal erfreulich – halbwegs modern und mit Fön und beleuchtetem Rasier- / Schmink-Spiegel ausgestattet. Auch sonst spiegelt die Badeinrichtung in etwa den aktuellen Stand wieder. Die Toilette ist wandhängend montiert und auch an einen modernen Handtuch-Heizkörper wurde gedacht.

Im Bad – Toilette und Handtuchheizkörper

Der erste Eindruck wird allerdings recht schnell getrübt, wenn man sich der Badewanne zuwendet. Ein billiger Duschvorhang der Marke „klebt besonders gut am Hintern“ reicht nicht einmal über die komplette Länge der Badewanne und der Duschkopf wurde einfach nur lieblos an die Wand geklatscht:

Der Duschkopf

Eine solche Konstruktion ist mir noch nicht einmal in britischen oder nordamerikanischen Hotels untergekommen. Der Brausekopf war allerdings in „amerikanischer“ Höhe montiert – also viel zu niedrig. Somit kam ich morgens nicht umher, mal wieder in leicht gebückter Haltung zu duschen, damit auch mein Haupthaar Gelegenheit bekam, vom reinigenden Nass zu profitieren. Dass dabei der Duschvorhang unweigerlich am Ar… klebt ist nur die logische Konsequenz. Dass der Duschkopf auch noch verkalkt ist, ist dann schon fast nebensächlich.

Aus kulinarischer Sicht profitiert man als Gast sehr von der Lage des Hotels. In fußläufiger Entfernung befinden sich reichlich Lokale und Restaurants, so dass für jeden Geschmack etwas dabei sein sollte. Wenn man, so wie wir, nicht bereit ist, unverschämte 25 Euro fürs Frühstück im Hotel hinzublättern, ist dies aufgrund der Lage auch kein Problem. Nur wenige Meter vom Hotel entfernt nahmen wir unser Frühstück in einem Café ein.

Zusammenfassend passt in diesem Hotel einiges nicht richtig zusammen. Da wäre das kostenlose WLAN in der Lobby, für welches man allerdings Voucher benötigt, welche dann aber auch immer nur für eine halbe Stunde gültig sind. Immerhin kann man sich diese jederzeit erneut holen. Warum auf den Zimmern wieder für den Internet-Zugang bezahlt werden muss, bleibt mir schleierhaft. Für ein 4-Sterne-Haus, mit entsprechenden Preisen (wir haben 160 pro Nacht und Person bezahlt), werden viele Kleinigkeiten zu nachlässig behandelt. Das zeigt sich auch im Service. Denn der oben erwähnte Parkservice ist nicht nur verdammt teuer, sondern auch noch extrem langsam. Beim Check-In wurde uns gesagt, dass man morgens ca. 5 Minuten einplanen müsse, bis das Auto aus der Parkgarage geholt und vors Hotel gefahren würde. Gewartet haben wir am Morgen allerdings eine geschlagene Viertelstunde.

Noch ein Tipp, wenn man hier übernachten möchte: Die Zimmer zur Straße sind sehr laut! Nicht nur das Kopfsteinpflaster trägt dazu bei, sondern auch die Markthändler, die zu nachtschlafender Stunde ihre Stände aufbauen. Dass dies nicht geräuschlos vonstatten geht ist klar. Meine Kollegen, die ihre Zimmer zur Seitengasse hatte beurteilten die Lage als ruhig.

Fragen an die Leser: Bin ich zu kritisch, wenn ich eine vernünftige Dusche bei einem Hotel dieser Preisklasse erwarte? Findet Ihr nicht auch, dass 25 Euro fürs Frühstück stark überteuert ist? Wie wichtig findet Ihr kostenloses WLAN in Hotels? Welche Hotels würdet Ihr mir für den nächsten Trip nach Brüssel empfehlen?

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6 Kommentare

  1. Menni sagt

    Ich finde nicht, dass Du zu pingelig bist! Ich übernachte auch sehr häufig in Hotels im In- und Ausland (aber mehr Inland) und ich finde sowohl die 25,- fürs Parken, als auch 25,- fürs Frühstück deutlich überzogen.

    Verkalkte Duschköpfe…………… tja, das ist doch fast Standard. Wenn ein Hotel mal keine verkalkten Duschköpfe hat, fällt mir das z.b. sofort positiv auf. Gleiches gilt für diese unsäglichen Duschvorhänge. HASS 😉

    Ich könnte sicher auch ein ganzes Blog mit Hotelerlebnissen füllen………… Es ist IMMER irgendwas nicht in Ordnung. Wobei………… NH habe ich bisher als relativ gute Kette kennengelernt. Da gabs bisher eher weniger zu meckern, als bei anderen. Aber bei DEM Preis, den du gezahlt hast…………….. da muss einfach alles TipTop sein!

    • Ingo Busch sagt

      Hallo Menni,

      bei den Duschköpfen hast Du leider recht. Wenn der Duschkopf ausnahmsweise mal nicht verkalkt ist, fällt mir das auch sofort positiv auf.

      Wenn Du auch so viel über Deine Hotel-Erlebnisse zu erzählen hast: Wir freuen uns über jeden neuen Co-Autor! Falls Du Lust hast, hier mit zu schreiben, dann melde Dich. Meine E-Mail-Adresse findest Du im Impressum.

      • Menni sagt

        Hallo Ingo,

        ich schau mal, ob ich demnächst mal was schreiben kann. Falls ja, melde ich mich per Mail bei Dir.

  2. Sehr geehrte Herr Busch,

    Vielen Dank, dass Sie sich für das NH du Grand Sablon Hotel in Brüssel entschieden haben. Es war uns eine Freude Sie als Gast begrüßen zu dürfen. Die Kommentare und Anregungen unserer Kunden sind für uns sehr wichtig. Aus diesem Grund sind wir in der Lage, kontinuierlich die Qualität unserer Dienstleistung zu verbessern.

    Wir entschuldigen uns für Ihre Enttäuschung über die von Ihnen genannten Punkte. Ihre Anmerkungen sind in dieser Hinsicht sorgfältig notiert. Ich kann Ihnen versichern, dass direkte Maßnahmen ergriffen werden, um unsere Qualität und die Zufriedenheit unserer Gäste zu verbessern. Ich möchte mich abermals entschuldigen und hoffe Ihr Vertrauen in unser Unternehmen wieder herstellen zu können.

    Wie auf unserer Website veröffentlicht, haben wir verschiedene Zimmerkategorien: Zimmer im klassischen Stil (wie Ihr Zimmer) und renovierten NH Stil Zimmer (modern eingerichtete Zimmer renoviert im Jahre 2009). Darf ich Ihnen vorschlagen, daß Sie sich bei Ihrem nächsten Besuch in Brüssel an mich wenden? Wir möchten Ihnen gerne eine Übernachtung mit Frühstück anbieten in ein renoviertes NH Stil Zimmer was ihnen hoffentlich besser gefallen wird.

    In diesem Sinne hoffen wir, daß wir das Vergnügen haben Sie wieder in unserem Hotel in Brüssel begrüßen zu dürfen um Ihren Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Alain Bouchat

    Hotelmanager NH du Grand Sablon

    • Ingo Busch sagt

      Sehr geehrter Herr Bouchat,

      zuerst möchte ich mich bei Ihnen für Ihre Reaktion bedanken, da dies nicht unbedingt selbstverständlich ist.

      Ich werde mich bei meinem nächsten Brüssel-Besuch gerne an Sie wenden und lassen mich dann gerne (positiv) überraschen.

      Viele Grüße,

      Ingo Busch

  3. Hallo Ingo,

    WLAN gehört für mich dazu. Wenn ich ein Hotel einer bestimmten Kategorie buche, so erwarte ich mittlerweile, dass es dort kostenloses WLAN gibt.

    Anders bei kleineren Pensionen. Dort erwarte ich es natrülcih nicht. bin aber umso überraschter und glücklicher, wenn es angeboten wird. So in meiner letzten Pension. Dort gab es kostenloses WLAN. Wenn man als Geschäftsreisender allein unterwegs ist, freut man sich doch über jedes Kommunikationsmittel 😉

    Gruß

    Germanicus

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