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Tag 3: Von Vancouver nach Seattle

Die Skyline von Seattle mit der Space Needle

Am dritten Tag unserer Reise verließen wir Vancouver und machten uns auf den Weg nach Seattle. Die erste Etappe sollte uns nach Everett führen. Nach etwas mehr als zwei Stunden Fahrt erreichten wir auch schon das dortige Boeing-Werk.

Anfahrt auf das Boeing-Werk

Das bekannte Boeing-Logo an den Werkshallen

Wir wollten dort das, am Paine Field gelegene, Future of Flight Museum besuchen und an einer Werks-Tour teilnehmen. Das Museum hält weniger als es verspricht. Da habe ich schon andere Flugzeugmuseen auf der Welt gesehen, die ich eher empfehlen würde. Das Museum war auch weniger der Hauptgrund, hierher zu kommen. Vielmehr waren wir an der Werks-Tour interessiert. Einfach mal sehen, wo und wie die großen Boeing-Modelle (747, 767, 777 und die neue 787) gefertigt werden.

Bevor die Tour startet, wird einem zuerst ein Imagefilm von Boeing gezeigt. Direkt am Anschluss wird noch einmal darauf hingewiesen, das keine Kameras auf der Tour erlaubt sind. Und dann geht es auch schon los. Mit einem Bus wird man vom Museum auf die andere Seite der Landebahn gefahren, wo sich das Boeing-Gelände direkt anschließt. Der Bus hält dann direkt an den Werkshallen und die ganze Besuchergruppe muss durch einen recht langen Tunnel, der die Werkhalle unterquert, bis zu einem Aufzug laufen, mit dem es dann nach oben auf eine Empore überhalb der Fertigung geht. Nach ein paar Erklärungen über die verschiedenen Arbeitsschritte und Fertigungsstationen fährt man auch schon wieder runter und dann geht es durch den Tunnel zurück zum Bus und mit dem Bus zum nächsten Tunnel, wo sich das ganze Spiel wiederholt. Das ganze dann drei oder vier Mal.

Die Führung ist recht interesant. Einzig die stetige Selbst-Beweihräucherung der USA im Allgemeinen und Boeings im Speziellen konnte einem auf den Zeiger gehen. Da wir die einzigen Europäer in der Gruppe waren, sind wir aber auch die Einzigen, die sich daran wohl stören. US-Amerikaner sind ja meistens sehr ergriffen, wenn mit einem überbordenen Patriotismus auf die eigenen Leistungen hingewiesen wird. Sehr gut kam in der Gruppe aber auch das latente „Airbus-Bashing“ an. Dabei dürfte es wohl kaum einen US-Amerikaner mehr geben, der nicht auch schon mit einem Airbus geflogen sei…

Wer in der Nähe von Seattle sein sollte, sollte das Museum trotzdem besuchen und die Führung mitmachen. Eigens nur hierfür nach Everett zu kommen lohnt sich meiner Meinung aber nicht, es sei denn, man ist Planespotter. Für Planespotter ist dann auch genug Futter vorhanden, zumal ein extra Hügel zum Spotten vorhanden ist und die Terasse des Museums auch einen guten Ausblick bietet:

Fabrikneue 777 der Eva Air landet nach einem Testflug.

Drei Dreamlifter

Dreamlifter (747LCF) im Detail

Neue Flieger bereit zur Auslieferung

Nach ein wenig Shopping im museumseigenen Souvenir-Shop fuhren wir weiter Seattle. Das Wahrzeichen der Stadt, die Space Needle, war auch schon recht bald zu sehen.

Die Skyline von Seattle mit der Space Needle

Wir fuhren zu erst einmal zum unseren Hotel (Moore Hotel; Bericht folgt hier), um unser Auto zu parken und einzuchecken. Direkt danach machten wir uns aber auch schon wieder auf die Socken, um ein wenig von der Stadt zu sehen. Wir sind zuerst mit der Monorail zur Space Needle gefahren. Der Eintritt zur Space Needle, damit man mit dem Aufzug auf die Aussichtsplattform fahren kann, ist allerdings happig: 18 US$ für Erwachsene. Die Aussicht, die man in 158 Meter genießen kann, rechtfertigt den hohen Preis allerdings nicht wirklich. Die Aussicht ist nicht schlecht – aber auch nicht so großartig.

Die Skyline mit dem Blick auf den Hafen

Die Skyline mit der Monorail (in der unteren Bildmitte)

Die Space Needle von unten

Nach der Rückfahrt in die Innenstadt ging es per pedes in Richtung des Pike Place Market. Ein Teil des Markts ist der weltberühmte Fischmarkt, auf dem die Fische das Fliegen lernen. Leider war es schon früher abend und so konnten wir nur noch die Händler dabei beobachten, wie sie ihre Waren einpackten und sauber machten 😉 Trotzdem war es schön über den Markt und durch das angrenzende Viertel zu schlendern und die (potentielle) Warenvielfalt zu genießen. Dabei viel uns vor allem der Trend zu Organic Food (der amerikanischen Variante von Bio-Lebensmitteln) auf, den wir schon in Vancouver zu beobachten glaubten.

Wir beschlossen dann, den Tag in einem netten Seafood-Restaurant direkt an der Waterfront ausklingen zu lassen. Bei leckerem Essen und ein paar kühlen Blonden konnten wir dann unsere Eindrücke Revue passieren lassen. Wir waren uns einig, dass unsere bisherige Lieblingsstadt San Francisco mit Seattle einen ernsthaften Konkurrenten bekommen hat! Ich werde auf jeden Fall noch mal nach Seattle kommen und mehr Zeit mitbringen.

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2 Kommentare

  1. Hallo Ingo, mein Mann und ich wollen nächstes Jahr eine Rundreise durch Westcanada unternehmen. Vancouver wäre unser erstes Ziel. Nun möchte mein Mann unbedingt einen Tagesausflug in dieses Boingwerk unternehmen. Brauchen wir dafür ein extra Visa? Macht der Autovermieter da mit, wir dachten an Alamo. Gibt es sonst noch etwas zu beachten? Vielleicht kannst du uns helfen? Viele Grüße aus Sachsen Anhalt

    • Ingo Busch sagt

      Hallo Sabine,

      laut Angaben der US-Botschaft braucht Ihr für die Einreise von Kanada in die USA kein extra Visum. Ein sog. ESTA-Antrag dürfte bei Einreise auf dem Landweg nicht nötig sein. Falls Ihr Euch jedoch entscheiden solltet mit der Fähre von Vancouver Island einzureisen, braucht Ihr ESTA.

      Die Autovermieter erlauben in der Regel die Einreise in die USA mit einem Kanadischen Leihwagen. Auch wir hatten ein Fahrzeug von Alamo gemietet. Zur Sicherheit würde ich aber vor der Buchung nachfragen.

      Viele Grüße,
      Ingo.

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