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Tripreport: Mit Air Berlin von Düsseldorf über Berlin-Tegel nach Teneriffa-Süd

Um es vorweg zu nehmen: An diesem Tag war der Wurm drin. Erst kam der gebuchte Airport Shuttle nicht zu vereinbarten Zeit und mit dem ersatzweise gewählten Taxi lief es auch nicht besser, da die Autobahn gesperrt war. Kurzum: Wir kamen schon auf den letzten Drücker am Düsseldorfer Flughafen an, checkten flugs ein und hetzten durch die Sicherheitskontrolle zum Gate.

Kurz nach dem Start in Düsseldorf

Das erste Leg sollte nur ein kurzer Hopser nach Berlin sein, den ich so schon häufiger von Köln aus geflogen bin. Alles war eigentlich wie gewohnt und für einen Montag morgen üblich: Eine Menge Geschäftsreisender an Bord, so dass das Boarding auch zügig über die Bühne ging. Gleiches galt allerdings nicht zwingend für den Service. Denn es dauerte eine gefühlte Ewigkeit – um genauer zu sein bis ca. 20 Minuten vor der Landung – als auch ich (auf Sitz 15F) endlich Getränk und die berühmte lauwarme Laugenstange erhielt. Sehr ungewöhnlich für einen Flug mit einer geplanten Dauer von eineinviertel Stunde und ohne jegliche Turbulenzen…

Cola, Tomatensaft und die Laugenstange – erst 20 Minuten vor der Landung serviert

Der Flug war pünktlich und so landeten wir nahezu zur vorhergesehen Zeit in Tegel. Ankunft und Weiterflug am „Terminal“ C. War für mich eine Premiere, denn bisher kannte ich nur das Hauptterminal in Tegel. Und trotzdem kam es mir wie ein Deja-Vu vor. Warum? Nunja, dieses „Terminal“ erinnerte mich stark an die Behelfsbauten, die seinerzeit am Flughafen Düsseldorf nach dem verheerenden Brand errichtet wurden. Aber irgendwie war es in DUS seinerzeit sogar noch etwas komfortabler…

Dieser Airbus 321 (Reg. D-ABCI) sollte uns nach Teneriffa-Süd (TFS) bringen

Kommen wir zum Weiterflug von Berlin-Tegel nach Teneriffa-Süd. Der Flug war – erwartungsgemäß – bis auf den letzten Platz ausgebucht. Überwiegend Touristen, weshalb das Boarding auch länger dauerte. Mit nur fünfzehn Minuten Verspätung startete der Airbus 321 (Reg. D-ABCI) Richtung Süden. Und dann passierte außer dem Verkauf von Kopfhörern erst einmal recht wenig an Bord. Es wurden auch die Bestellungen für die „Gourmetessen“ (welch ein Hohn bei Currywurst und Co.) aufgenommen. Getränke? Fehlanzeige!

Es dauerte geschlagene neunzig Minuten (nach dem Start) bis es die Crew geschafft hatte, mir auf Platz 15A ein Getränk zu offerieren. Ich entschied mich für ein Bier, worauf mich auch schon gleich der Schlag traf. „Entspannte“ drei Euro möge ich doch fürs Bier berappen, beschied die Flugbegleiterin mein Ansinnen. Wie jetzt? Fürs Bier bei Air Berlin bezahlen? Das hatte ich noch nie erlebt. Tja, da sei ich wohl bisher immer nur Kurz- oder Langstrecke mit Air Berlin geflogen, klärte mich die Flugbegleiterin auf. Auf der Mittelstrecke seien alkoholische Getränke eben kostenpflichtig. Basta!

Ich zahlte die drei Euro (Wechselgeld hatte die Dame nicht!) und trank mein Bier, und sinnierte über die Ansage zu Beginn des Services nach. Da hieß es: „Wir bieten Ihnen nun nicht-alkoholische und alkoholische Getränke…“. Von kostenlos oder nicht war nicht die Rede. Dies war im Übrigen auf meinem Rückflug von La Palma nach Düsseldorf anders. Dort wies die Crew auf die Preise für die alkoholischen Getränke hin.

Ich hatte auch genügend Zeit, um über mein Drei-Euro-Bier zu sinnieren. Denn erst weitere fünfzehn Minuten später durfte ich mein belegtes Brötchen empfangen. Immerhin hatte ich sogar noch die Wahl, ob ich lieber Salami oder Käse als Belag präferiere.

Das „3-Euro-Bier“ und das belegte Brötchen – stilsicher in einer Bäckertüte serviert

Summa summarum brauchte die Crew 105 Minuten seit dem Start, um in Sitzreihe 15 den ersten Service abzuschließen. Halte ich schlicht für daneben. Warum? Ganz einfach: Ein Gros der Passagiere (wir reden hier von Touristen und nicht Vielfliegern) hat schon eine halbe Stunde vor dem Boarding Schlange gestanden. D.h. eine Stunde vor Abflug. Das sind mehr als zweieinhalb Stunden ohne die Möglichkeit etwas zu trinken, es sei denn, man hatte vorgesorgt. Daher kann ich nur an Air Berlin appellieren: Macht einen kurzen Getränkeservice kurz nach dem Start und dann kann sich die Crew genügend Zeit für den Haupt-Service nehmen.

Nach meinem Salami-Brötchen hatte ich Zeit im Bord-Magazin zu blättern und mich mit den Preisen des Bord-Verkaufs vertraut zu machen. Das Erste, was mich stutzig machte, war dieser Hinweis:

Kein Zigarettenverkauf auf Flügen innerhalb der EU – und wo fliege ich gerade hin?

Ich konnte daher davon ausgehen, dass es keinen Bord-Verkauf von Zigaretten geben würde. Als dann die beiden Flight Attendants mit dem Wagen für die Bordverkaufs-Artikel den Gang entlang rollten, wunderte ich mich. Da waren Zigaretten drauf! Daraufhin entspann sich dieser Dialog:

Ich:

Was kostet denn eine Stange XXX?

Flight Attendant (schnippisch):

Die Preise stehen im Bord-Magazin.

Ich:

Da steht aber, dass es keinen Verkauf auf Flügen innerhalb der EU gäbe.

FA (weiterhin schnippisch):

Wir fliegen auch nicht innerhalb der EU!

(Hinweis: Der Flug sollte nach Teneriffa-Süd führen, also auf die Kanarischen Inseln führen, welche wiederrum zu Spanien und damit zum EU-Gebiet gehören. Die Kanaren sind jedoch Zollsonder-Gebiet innerhalb der EU)

Ich:

Oh. Habe ich die letzten Nachrichten nicht mitbekommen? Ist Spanien aus der EU ausgetreten?

FA:

Wieso?

Ich:

Die Kanaren sind Teil der EU. Wenn auch ein Zoll-Sondergebiet. Daher meine Frage: Zu welchen Preisen verkaufen Sie die Zigaretten?

FA:

Zu den angegebenen Preisen im Bord-Magazin.

Ich:

Danke. Dann hätte ich gerne eine Stange XXX.

Wie an dem Dialog zu erkennen ist, mangelt es wohl den Machern des Bord-Magazins, als auch den Flugbegleitern bei Air Berlin, an Kenntnissen, welche Gebiete zur EU gehören und welche Gebiete der EU nicht zur Zollunion gehören. Anders kann ich mir den irreführenden Hinweis im Bord-Magazin als auch die Reaktion der Stewardess nicht erklären. Kundenfreundlich ist das nicht.

Touchdown TFS

Der weitere Flug war nicht weiter erwähnenswert. Es gab einen zweiten Getränkeservice und einen Schokoriegel – das war’s. Bis wir landeten. Udn was ich befürchtete traf ein: Mein bzw. unser Gepäck war nicht mitbekommen. Aber das ist einen weiteren Artikel wert…

Fazit: Am Montag, dem 21. Oktober 2013, waren nicht die ausgeschlafendsten Flugbegleiter bei Air Berlin im Dienst. Auch wäre ich im Traum nicht auf die Idee gekommen, dass ein Bier auf der Lang- und Kurzstrecke kostenlos ist, auf der Mittelstrecke jedoch nicht. Das passt einfach nicht zusammen. Und an der Gestaltung des Bord-Magazins bzw. den Hinweisen zum Bordverkauf sollte Air Berlin auch arbeiten!

Hinweis: Ich bin auf Einladung des Spanischen Fremdenverkehrsamtes auf die Kanaren gereist. Die Air Berlin Tickets waren jedoch ganz normale, nicht rabattierte, Flugtickets.

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5 Kommentare

  1. Hm, ansich kann ich den Ärger über die Flüge in Maßen nachvollziehen, dennoch finde ich, dass jede Crew mal n schlechten Tag hat – und wer sich freiwillig bei festen Plätzen ne halbe Stunde vor Beginn des Boardings anstellt und nichts mehr trinkt, hat selber Schuld… 😉

    • Ingo Busch sagt

      Ich habe mich nicht eine halbe Stunde vorher angestellt. Aber ein Großteil der Mitreisenden (wir reden von einem klassischen Urlauber-Flug) hat sich in voller Vorfreude schon eine halbe Stunde vorher angestellt, um dann zu merken, dass nach Zonen geboardet wurde 😉

  2. Diesen Montag werd ich wohl so schnell nicht vergessen. Man merkte einen signifikanten Unterschied zwischen innerdeutsch und Touristenbomber. Interessant fand ich jedoch nicht nur die Qualität des Servives, sondern auch die Gebarden der Mitreisenden. Vor uns Turnte ein kleiner Junge auf den Sitzlehnen rum, und keinen interessierte es. Eine andere Person trocknete Kindersocken mit dem Lüfter ! Sowas hab ich auch noch nie erlebt…

    Dafür entschädigte dann nur der Anflug auf Teneriffa…

  3. Sebastian sagt

    Ach, die gute alte Air Berlin. was hab ich da nicht schon für sinnlose Abenteuer erlebt! Ich fühle mit dir.

    LG

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