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Was für die Ohren – Sanohra Fly Ohrstöpsel

Sanohra Fly Ohrstöpsel

Wer kennt es nicht: Beim Fliegen haben viele Passagiere Probleme mit dem Druckausgleich der Ohren. Gerade beim Landeanflug ist manch einer nicht mehr so richtig entspannt, weil ihn Ohrenschmerzen plagen. Ich bin da leider auch keine Ausnahme. Obwohl ich sehr gerne fliege, plagen mich seit einigen Jahren immense Ohrenschmerzen beim Landeanflug. Da hilft bei mir leider auch kein Kaugummi kauen, Gähnen oder auch bei zugedrückter Nase Luft gegen das Trommelfell zu drücken. Es muss für meine Mitreisenden immer etwas komisches sein, wenn ich versuche dem Druckausgleich meiner Ohren auf die Sprünge zu helfen. Außer einer knatschroten Birne und hervorstehenden Adern bewirkt die ganze Luft-Drückerei bei mir leider gar nichts.

So passiert es mir immer wieder, dass ich während des Landeanfluges nicht zu verachtende Ohrenschmerzen durchleide. Gut, der Körper gewöhnt sich irgendwann an den Schmerz und nach der Landung spüre ich meistens auch nichts mehr. Oder doch? Oh ja, denn es kann vorkommen, dass es mitunter erst zwei Tage später „Plopp“ macht und ich auf einmal wieder klar und deutlich hören kann. Bis dahin muss ich allerdings halb taub durch die Weltgeschichte tappsen.

Ich hatte mir schon mal überlegt, ob ich mit meinen Beschwerden mal zu einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO) gehe, damit er mal meine eustachische Röhre genauer unter die Lupe nimmt. Aber wie bei vielen Dingen, gerät dieses Vorhaben wenige Tage nach der Rückkehr wieder in Vergessenheit. Kurz nach der ITB bin ich dann allerdings über ein Produkt gestoßen, welches mir Linderung versprach: Sanohra Fly.

Die Ohrstöpsel „Sanohra Fly“ sollen dafür sorgen, dass der Druck-Aufbau auf das Trommelfell verlangsamt wird. Das führt dazu, dass der entstehende Unterdruck in der eustachischen Röhre langsamer ausgeglichen wird und damit die Schmerzen verhindert bzw. gelindert werden. Soweit die Theorie. Aber helfen die Stöpsel mir wirklich? Das wollte ich herausfinden und konnte die „Wunder-Stöpsel“ letzte Woche auf einem Flug von Düsseldorf nach Kopenhagen (Dauer ca. 1:15 h) und zwei Tage später zurück nach Düsseldorf testen.

Die ausführliche Bedienungsanleitung empfiehlt die Stöpsel bereits vor dem Start einzusetzen, wenn man auch im Steigflug Probleme mit dem Druckausgleich hat. Bei Flügen unter zwei Stunden solle man die Stöpsel jedoch vor dem Start einsetzen und während des gesamten Fluges tragen. Erst ca. 10 Minuten nach der Ankunft am Boden soll man dann die Ohrstöpsel wieder aus den Ohren entfernen. Geliefert werden die Ohrstöpsel in einem kleinen Kunststoff-Schächtelchen. Das vereinfacht Aufbewahrung und Transport sehr. Die Kleine Schachtel lässt sich auch einfach in die Hosentasche stecken.

Sanohra Fly in der Aufbewahrungs-Schachtel

Nun aber zu meinem Selbstversuch. Beim Flug von Düsseldorf nach Kopenhagen habe ich, entgegen der Empfehlung, die Stöpsel erst ins Ohr eingesetzt, nachdem die Reiseflughöhe erreicht wurde. Wenige Minuten später wurde allerdings auch schon der Sinkflug eingeleitet und ich hatte wieder Ohernschmerzen, wenn auch nicht so stark wie sonst. Gut, ich habe mich auch nicht an die Anleitung gehalten. Also habe ich beim Rückflug zwei Tage später – meinen Ohren waren zwischenzeitlich wieder frei 😉 – die Stöpsel schon kurz nach dem Boarding eingesetzt. Es nicht nicht so, dass das Ohr gar nicht mehr den Druckveränderungen ausgesetzt wäre, aber die Druckveränderungen kommen sehr stark verlangsamt am Trommelfell an. Fühlt sich recht gut an. Ich war aber nun gespannt auf den Sink- und Landeanflug. Und ich muss sagen: Keine Schmerzen und als ich am Gepäckband in Düsseldorf wartend die Ohrstöpsel wieder entfernte, konnte ich auch fast normal hören. Aber nach einmal Naseputzen hat es dann auch final „geploppt“ und ich war happy.

Wie es aussieht, scheinen „Sanohra Fly“ Ohrstöpsel tatsächlich zu helfen. Aber wo Licht ist, ist auch Schatten. Und das ist der Preis! Denn ein Paar kostet bei Amazon zwischen 5,80 und 9,30 Euro (UVP 7,95 Euro). Die Stöpsel sollte man laut Herstellerangaben auch nicht häufiger als sechs Mal (drei Hin- und drei Rückflüge) tragen, da sie sich auch nicht reinigen lassen. Ebenfalls möchte ich noch erwähnen, dass die Ohrstöpsel die Umgebungsgeräusche dämpfen. Das ist einerseits positiv, aber von Nachteil, wenn man sich mit seinem Sitznachbarn unterhalten möchte.

Fazit: Nach meinen ersten beiden Test-Flügen scheint das Konzept von Sanohra Fly zu funktionieren. Ich werde jedoch die Ohrstöpsel weiter testen und zu einem späteren Zeitpunkt über meine Erfahrungen berichten berichte über meine Erfahrungen in einem neuen Artikel. Bei allein acht anstehenden Flügen im Mai werde ich genügend Gelegenheit haben, um Erfahrungen mit Sanohra Fly zu sammeln.

Update 28.9.2014: Ich konnte eine Alternative zu Sanohra Fly testen.

Hinweis in eigener Sache: Die Sanohra Fly Ohrstöpsel wurden mir freundlicherweise durch den Hersteller zur Verfügung gestellt. Die hier geschilderten Erfahrungen sind davon jedoch nicht beeinträchtigt.

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4 Kommentare

  1. Klingt wirklich vielversprechend, wenn man vom Preis absieht. Zum Glück kam ich bis jetzt meist mit der Kombination von Einweg-Ohrstöpsel und Kaugummi gut über den Flug hinweg, zumindest ohne ernstere Kopfschmerzen.

  2. Cooler Erfahrungsbericht. Ich persönlich bin auch öfters unfreiwilliges Opfer des Luftdruckes. Allerdings bin ich in der glücklichen Lage den Druck manuell manuell über Nase und das berühmte Gähnen zu regeln. Da muss man zwar auch vorsichtig sein und nicht zuviel Pumpen, aber immerhin klappt’s.

    Das Konzept des verlangsamten Drucks ist da ziemlich interessant und scheint ja echt zu funktionieren. Ich frag mich nur wie’s mit dem Tragekomfort aussieht. Auch wenn ich ziemlich oft mit Ohrstöpseln hantiere, finde ich sie meistens nach einer Stunde ziemlich unbequem und kratzend. Auf Langstreckenflügen könnte ich mir das recht heavy vorstellen.
    Vielleicht kannste da ja mal von deinen DUS-ORD Trip berichten 🙂

    • Ingo Busch sagt

      Die Ohrstöpsel soll man nur bei Flügen kürzer als zwei Stunden während des gesamten Fluges tragen. Bei längeren Strecken soll man die Ohrstöpsel spätestens 45 Minuten vor der Landung einsetzen.

      Bezüglich Tragekomfort: Die Stöpsel fühlen sich ein wenig unangenehmer (mein bisherigen Eindruck) an, als „normale“ Gehörschutz-Stöpsel aus Schaumstoff o.ä. Materialien. Im Vergleich mit anderen Gehörschutzstöpseln auf Silikon etc. ist der Tragekomfort m.E. vergleichbar.

  3. Letztes Mal hielten die Schmerzen noch tagelang nach der Landung an, das war zum Glück auf dem Rückflug.
    Ich verstehe nicht, wieso 6,99 ein so hoher Preis sein soll, wenn man damit verhindert, dass die Schmerzen einem einen großen Teil des Urlaubs vermiesen. Der Urlaub ist sicher teurer als 6,99 pro Tag…
    Werde es jedenfalls beim nächsten Urlaub auch damit versuchen.

    Vielen Dank für den Testbericht.

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