Aus für Airline Germania – Eurowings und andere Airlines helfen Passagieren

Ein Anblick der Geschichte ist: Ein Germania-Flieger im Endanflug. (Foto: Germania / Karsten Kießling)
Ein Anblick der Geschichte ist: Ein Germania-Flieger im Endanflug. (Foto: Germania / Karsten Kießling)

Was sich bereits seit Anfang Januar abzeichnete, ist seit letzter Nacht traurige Gewissheit: Die Airline Germania ist am Ende! Die traditionsreiche Fluglinie, die seit über 30 Jahren überwiegend deutsche Urlauber in warme Gefilde flog, hat am 4. Februar 2019 Insolvenz angemeldet. Verschiedene Airlines wollen nach Aussage des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) den gestrandeten Passagiere helfen. U.a. bietet Eurowings Tickets zu Sonderkonditionen* an.

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In der Nacht vom 4. auf den 5. Februar 2019 wurde der Flugbetrieb der Germania eingestellt und mit Flug ST3711 aus Fuerteventura landete in Nürnberg der vorerst letzte Flug der insolventen Fluggesellschaft. Mit der Insolvenz und dem unweigerlich folgenden Grounding endet damit vorerst eine Hängepartie, die seit Anfang des Jahres andauerte. Eine Hängepartie vor allem für die Angestellten der Fluggesellschaft, welche zuletzt sogar ihr Januar-Gehalt nicht erhielten.

Germania in Geldnöten

Anfang Januar wurde bekannt, dass die Germania in finanziellen Nöten steckte. Eine Summe von 15 Millionen Euro müsse schnell aufgetrieben werden, da ansonsten der Flugbetrieb nicht sichergestellt sei. Kurzfristig wurde sogar ein (Teil-) Verkauf der Airline kolportiert. Inhaber und CEO Karsten Balke vertröstete die Mitarbeiter immer wieder mit positiven Meldungen, dass man bei der Beschaffung frischen Geldes kurz vor dem Durchbruch stünde. Doch mit dem Eingeständnis Balkes Ende Januar, dass die Gehälter nicht pünktlich bezahlt werden können, dürften bei manch einem Mitarbeiter und Passagier böse Erinnerungen an die Airberlin-Pleite vor knapp an­dert­halb Jahren aufgekommen sein.

Ausgerechnet Air Berlin

Mit Air Berlin war Germania über viele Jahre eng verbunden, flog Germania viele Jahre im Wet Lease für Air Berlin. Ausgerechnet am Tag der Insolvenz-Anmeldung der Germania machten Gerüchte die Runde (die „NRZ“ berichtete exklusiv), dass eine Investorengruppe um den langjährigen Air Berlin CEO Joachim Hunold die benötigten 15 Millionen Euro der kränkelnden Germania zur Verfügung stellen wolle. Aber auch dieses Gerücht stellte sich, wie so viele andere, letztendlich als Ente heraus.

Hilfe für Passagiere

Für alle Passagiere, die ein Germania-Ticket im Rahmen einer Pauschalreise besitzen, können sich an ihren Reiseveranstalter wenden. Dieser ist dafür verantwortlich, dem Pauschal-Reisenden einen Ersatz-Flug zu organisieren. Für alle Passagiere, die beispielsweise über die Germania-Website, direkt gebucht und ein Flug-Ticket erworben haben, sieht es dagegen düster aus: Wie schon bei der Air-Berlin-Pleite ist das Ticket mit der Insolvenz-Anmeldung wertlos geworden. Denn noch immer hat der Gesetzgeber keine Pflicht zur Insolvenz-Versicherung bei Fluggesellschaften auf den Weg gebracht. Und somit bleibt der Fluggast ohne einen Reisesicherungsschein o.ä. mal wieder der Dumme und auf seinen Kosten sitzen.

Immerhin wollen die deutschen Fluggesellschaften einschließlich der schweizerischen bzw. österreichischen Lufthansa-Töchter Swiss und Austrian Airlines den betroffenen Passagieren mit vergünstigten Tickets helfen. Eurowings hat sogar eine extra Webseite für betroffene Germania-Kunden eingerichtet*.

Die Websites der Airlines im Überblick:

Schlechte Zeiten für die Luftfahrt?

Beginnt damit das Jahr 2019 so, wie das vorherige Jahr geendet hat? Immerhin haben letztes Jahres auch viele andere Fluggesellschaften – nicht nur in Deutschland – eine finanzielle Bruchlandung hingelegt: Small Planet, VLM, Primera Air, Skywork, Privatair – die Reihe ließe sich beliebig weiter führen.

Ich hatte gedacht und gehofft, dass sich die Germania nicht in die lange Liste der pleite gegangenen Airlines einreihen muss, auch wenn das letzte Jahr für alle Fluggesellschaften in Europa kein leichtes war. Aber leider habe ich mich getäuscht. Hoffen wir alle, dass es dieses Jahr dennoch nicht zu vielen Airline-Pleiten kommt…

Übersicht über die Airline-Pleiten 2019

AirlineEnde des FlugbetriebsLand2-Letter-CodeBemerkung
Tajik Air10.01.2019Tadschikistan7JZum Zeitpunkt der Einstellung achtälteste Airline der Welt
California Pacific Airlines17.01.2019USA4A
Germania05.02.2019DeutschlandST
FlyBMI16.02.2019GroßbritannienBMex BMI Regional; gehörte ehem. zu British Midland Airways (BMI)
Insel Air16.02.2019Curaçao7I
Bulgarian Eagle08.03.2019BulgarienTochter der Germania
WOW Air28.03.2019IslandWW
Jet Airways18.04.2019Indien9WEinstellung des Flugbetriebs am 17.04.2019 um 24 Uhr
Avianca Argentina07.06.2019ArgentinienA0
Avianca Brasil24.06.2019BrasilienO6Flog bereits seit Dezember 2018 unter Gläubigerschutz.
Aigle Azur06.09.2019FrankreichZI
TAM – Transporte Aéreo Militar23.09.2019Bolivien2E
Thomas Cook Airlines23.09.2019GroßbritannienMTInsolvenz aufgrund der Insolvenz des Reise-Veranstalters Thomas Cook, zu dem Thomas Cook Airlines gehörte.
Thomas Cook Airlines Scandinavia23.09.2019DänemarkDKInsolvenz aufgrund der Insolvenz des Reise-Veranstalters Thomas Cook, zu dem Thomas Cook Airlines und damit auch die Tochter Thomas Cook Airlines Scandinavia gehörte.
Fliegt als Sunclass Airlines weiter.
XL Airways France23.09.2019FrankreichSE
Adria Airways30.09.2019SlovenienJP
Peruvian Airlines02.10.2019PeruP9
Astra Airlines14.11.2019GriechenlandA2
Uni-Top Airlines20.11.2019ChinaUW
Far Eastern Air Transport13.12.2019TaiwanFE
Thomas Cook Airlines Balearics26.12.2019SpanienH5Insolvenz aufgrund der Insolvenz des Reise-Veranstalters Thomas Cook, zu dem Thomas Cook Airlines und damit auch die Tochter Thomas Cook Airlines Balearics gehörte.
Thomas Cook Airlines Balearics flog bis zum Schluss im Sub-Charter für die deutsche Condor.
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